Das Feuerwehrhaus in Zirndorf ist in vielen Punkten nicht mehr zeitgemäß. Zahlreiche Vorschriften und Empfehlungen – u. a. von der Kommunalen Unfallversicherung Bayern (KUVB) – werden nicht eingehalten. Hier die wichtigsten Mängel in verständlicher Form:
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1 Schwarz-Weiß-Trennung
Saubere und kontaminierte Bereiche müssen strikt getrennt sein. Nach Einsätzen gelangen Schadstoffe (Ruß, Giftstoffe, krebserregende Partikel) über die Einsatzkleidung ins Gebäude.
Unsere Spinde stehen direkt in der Fahrzeughalle zwischen den Einsatzfahrzeugen. Schutzkleidung, private Kleidung und Abgase kommen ungehindert miteinander in Kontakt. Das erhöht das Risiko von Berufskrankheiten wie dem sogenannten Feuerkrebs.
2 Umkleiden und Duschen
Nach Einsätzen müssen Einsatzkräfte duschen und Kleidung wechseln können, um Schadstoffe schnellstmöglich zu entfernen. Außerdem engagieren sich immer mehr Frauen in der Feuerwehr – sie benötigen eigene, sichere Umkleide- und Duschbereiche.
Es gibt keine getrennten Umkleiden oder Duschen. Einsatzkräfte fahren nach Brandeinsätzen häufig verschwitzt und kontaminiert nach Hause – eine Gefährdung auch für deren Familien. Insgesamt steht allen Einsatzkräften nur eine (!!) Duschkabine in der Männertoilette zur Verfügung.
3 Alarmparkplätze
Einsatzkräfte müssen bei Alarm schnell und sicher am Feuerwehrhaus parken können.
Es gibt viel zu wenige Stellplätze. Bei Alarm parken wir oft in der engen Kurve der Mondstraße und versperren dabei die Fahrbahn. Das kostet wertvolle Zeit und gefährdet andere Verkehrsteilnehmer.
4 Platzmangel für Fahrzeuge und Gerät
Moderne Fahrzeuge sind größer, außerdem gibt es heute mehr Spezialgerät.
Unsere Fahrzeughalle ist zu klein. Fahrzeuge stehen eng gedrängt, Material wird improvisiert gelagert. Das erschwert die Arbeit und verzögert das Ausrücken.
5 Zu- und Abfahrt
Feuerwehrfahrzeuge müssen schnell und ungehindert ausrücken können, gleichzeitig kommen Kamerad/innen von zuhause angefahren. Die Fahrwege müssen getrennt sein.
Die Fahrwege für Zu- und Abfahrt sind nicht getrennt. Häufig kommt es hier zu Gefahrensituationen.
6 Sichere Arbeitsbereiche für Atemschutzgeräte und Technik
Geräte wie Atemschutz, Pumpen oder Schläuche müssen in sicheren Werkstätten geprüft und instandgesetzt werden.
Nach Einsätzen sind die Geräte häufig verschmutzt/kontaminiert. Hier fehlt es an Möglichkeiten, diese Gerätschaften sicher wieder instand zu setzen (Absaugung, Schwarz-Weiß-Trennung, …).
7 Lagerflächen
Feuerwehr braucht Platz für Einsatzmaterial, Schutzkleidung und Reserveausrüstung.
Lagermöglichkeiten sind unzureichend. Material wird in Ecken und Durchgängen abgestellt – unübersichtlich und gefährlich.
8 Fehlende Sicherheit beim Betreten des Hauses
Feuerwehrhäuser müssen so gestaltet sein, dass sich Einsatzkräfte gefahrlos bewegen können.
Enge, unübersichtliche Bereiche und Stolperstellen machen das schnelle Anziehen und Ausrücken riskant.
Fazit
Das aktuelle Feuerwehrhaus stammt aus einer Zeit, in der die heutigen Anforderungen nicht vorstellbar waren. Heute geht es nicht mehr nur um Technik, sondern auch um Gesundheit, Sicherheit, Gleichberechtigung und eine funktionierende Infrastruktur.
Ein Neubau ist daher keine „Luxusforderung“, sondern eine zwingende Voraussetzung, damit die Feuerwehr Zirndorf auch in Zukunft zuverlässig für die Bürger/innen da sein kann.









